Herzogenaurach „Die wertvollste rotarische Auszeichnung ist unsichtbar die Freude und Genugtuung darüber, was erfolgreich bewegt werden konnte.“
Mit diesem Urteil eines tschechischen Autors und Rotariers begrüßte der Präsident des RC Herzogenaurach, Michael Dassler, beim 10-jährigen Charterjubiläum des Clubs am 9. April im Herzogspark Rotarierinnen, Rotarier und deren Freunde zum gemeinsamen Feiern.
Für Präsident Michael und seine Frau Britta Dassler gab es dazu viel familiären Hintergrund. Sein Vater Armin A. Dassler gehörte zu den Gründungsmitgliedern des RC Forchheim, der vor 10 Jahren die Patenschaft für den neuen RC Herzogenaurach übernommen hat. Seinen ältesten Bruder Frank A. Dassler und seine Frau Sabine konnte er als Gründungspräsidenten des RC Herzogenaurach begrüßen, sein mittlerer Bruder Jörg Dassler ließ als Präsident des befreundeten Herzogenauracher Lions Clubs die offiziellen Grüße des älteren Serviceclubs der Stadt übermitteln. Wäre er nicht am Kommen verhindert gewesen, hätten die Fotografen drei Brüder ablichten können, die als drei Musketiere der gleichen Idee des selbstlosen Helfens in der und für die Gemeinschaft verpflichtet sind.
Erfolgreich konnte von allen Mitgliedern in der ersten Dekade ihres Clubs vieles bewegt werden. Für diese Bewegung stand schon der Einsatz des Gründungspräsidenten, der bis heute noch Spuren in der Herzogenauracher Stadtgesellschaft hinterlassen hat.
Frank A. Dassler beschäftigte sich in dieser Zeit mit der Idee, auch in Herzogenaurach eine eigene Tafel zu gründen und sie zu unterstützen, also eine wirksame Hilfe für alle Einkommensschwachen in der Wohlstandsgesellschaft zu leisten. Schwache, die seiner damaligen Meinung nach nicht nur in Erlangen zuhause waren und noch sind, sondern auch in einer so „reichen Stadt“ wie Herzogenaurach.
Der Erfolg der Tafel in Herzogenaurach, die der Rotary Club seit seiner Gründung nicht nur finanziell, sondern durch die aktive Mitarbeit vieler Clubmitglieder unterstützt, gibt ihm und seinen Überlegungen mehr als Recht. In der Leidenschaft für die Tafel, bei der es jedes Jahr auch selbstgepackte große Weihnachtspäckchen für die Kunden gibt, unterstützte ihn sein Nachfolger als Präsident, Michael Fischer. Beide gewannen als gemeinsame Jazzfans Thomas Fink zusammen mit den Rotariern dazu, jährlich zunächst im Möbelhaus Fischer und ab 2010 in der neuen evangelischen Kirche ein Tafelkonzert zu veranstalten. Mit Jazz von Thomas Finks Friends vom Feinsten und nationalen und internationalen Musikern der Spitzenklasse.
Die Tradition fand ihre Aufmerksamkeit beim Jubiläum: Präsident Michael Dassler zeichnete Thomas Fink ehrenhalber mit der höchsten rotarischen Auszeichnung aus, dem Paul Harris Fellow. Dazu gab es vom „Fischers Michel“ noch eine Bildcollage aller Top-Interpreten, die Thomas Fink fürs Tafelkonzert gewinnen konnte.
Das „wir gewinnt“ bei Rotary spürten alle Festteilnehmer, als die zehn Präsidenten, jeder für sich, noch einmal wichtige Sozialaktionen ihrer Amtszeit vorstellten. Ihre jeweiligen Fünf-Minuten-Vorträge sorgten dafür, dass fünfzig Minuten lokale soziale Bewegung ins weltweite rotarische Motto vom „Service above Self“ kam. Mitfühlende Bewegung für den humanitären Einsatz, dem sich alle Rotarierinnen und Rotarier weltweit und in Herzogenaurach verpflichtet fühlen.
Frank A. Dassler, der als Gründungspräsident zwei Jahre am Steuer blieb, Michael Fischer, Udo Kukula, Ulrich Flechtner, Herbert Ackermann, Wolfgang Petrikowski, Hartwig Kulke, Ray Schiele, Jürgen Bauer und Michael Dassler zeigten bisher zusammen mit dem RC Herzogenaurach in der Öffentlichkeit mit dem Club ihr berufliches und soziales Gesicht.
Um das soziale Gesicht von Rotary und dem dazugehörenden Platz in der Kommune ging es in einem kleinen Jubiläumsgespräch, bei dem Hebert Hainer, der CEO der adidas Group, aus Rotary heraus und der katholische Stadtpfarrer von Herzogenaurach, Helmut Hetzel in Rotary hinein diskutierten. Unter der Gesprächsführung von Michael Dassler und seiner kommunalpolitischen Erfahrung als ehemaliger Stadtrat wurden soziales Engagement von Kirche und Wirtschaft und Kommune im Kontext mit dem Wirken der weltweiten Rotary-Bewegung beleuchtet. Leidenschaftlich und sozial zielführend.
Unter dem gemeinsam zum Jubiläum wieder neu erarbeiteten Miteinander bei dem Gedanken, dass rotarischen Hilfe vor allem in der regionalen Umgebung eine wichtige Rolle spielt, kann man rückblickend die Aktion von Rotary sehen, die der damalige Präsident Uli Flechtner zum 100. Geburtstag von Rotary 2005 auf die Beine stellte. Zusammen mit dem ersten Public Viewing einer Fußballeuropameisterschaft im neuen Stadion vor dem adidas-Outlet organisierten der Club und die Drei Streifen die größte Leukämie-Typisierungsaktion, die es bis dahin je in Herzogenaurach gegeben hatte. Tombola, Spenden, Volksfestunterhaltung am Rand des Spiels gegen Lettland erbrachten so viel Finanzmittel, dass man die Aktion, an der mehr als 675 Spender teilnahmen, auch bezahlen konnte, denn jede Typisierung einer Spende kostete 50 Euro.
Ein Beispiel des Zusammenwirkens von Wirtschaft und Gesellschaft unter dem rotarischen Rad. Ein weiteres Beispiel war der erste große rotarische Nachtlauf, den der Club unter seinem Präsidenten Herbert Ackermann mit dem TSV 1860 Herzogenaurach veranstaltete. Mit dem Reinerlös von über 10 000 Euro wurden damals zusammen mit der Caritas und der Stadt Erholungsfreizeiten für alleinerziehende Mütter oder Väter und andere Hilfen für Alleinstehende finanziert. Ein beispielhaftes Zusammenwirken von Kirche, Club und Stadt.
Sichtbares und ein international nachwirkendes Zeichen für das in dem Jubiläumsgespräch thematisierte Zusammenwirken unter dem Rad und dem Motto „Service above Self“ war und ist auch die Unterstützung des Clubs für das südböhmische Behindertenzentrum in České Budějovice. Das Zentrum, das jetzt wieder zu den modernsten und angesehensten Einrichtungen für das sportliche Training von Behinderten im Breitensport und im Spitzensport gehört, wurde 2003 ein Opfer des Jahrhunderthochwassers in Tschechien. Für mehr als 45 000 Euro gab es ein gemeinsames Matching Grant zwischen den Clubs in Herzogenaurach und Budweis zur Wiederherstellung der Einrichtung dieses Zentrums. Seitdem sind beide Clubs befreundet, zumal es auch der RC Herzogenaurach war, der seinem Partnerclub in Tschechien zum Eintritt des Landes in die EU eine von Volkmar Studtrucker eigens dafür komponierte Europasinfonie schenkte, die dort im Kongresszentrum aufgeführt wurde. Beide Ereignisse fanden in beiden Ländern ein großes Medienecho, in Herzogenaurach berichtete der FT durch Bernhard Panzer live von beiden Ereignissen.
In Erinnerung an eine große Kunstauktion, die der RC Herzogenaurach kurz nach seiner Gründung zusammen mit dem Herzogenauracher Lions Club veranstaltete, gab es auch zum 10-jährigen Geburtstag eine kleine Auktion, bei der Uli Flechtner wieder sein großes Können als Auktionator zeigte. Über 3000 Euro gingen am Abend noch an den Kinderschutzbund Erlangen.
Besonders anrührend dabei: zur Auktion kam auch eine Fotoarbeit „Portugiesische Mohnblumen“ von Hellmut Erzigkeit, dem Mitgründer der Erlanger Galerie Treppenhaus. Er war Mitglied des RC Herzogenaurach und ist im vergangenen Jahr plötzlich einem Herzinfarkt am Steuer erlegen. Sein Freund Hans-Joachim Wille ersteigerte das Bild für mehr als einen 1000ender für den Kinderschutzbund.
„Rotarier zu sein ist ein Geschenk. Das haben alle Mitglieder des RC Herzogenaurach in den letzten zehn Jahren selbst erfahren dürfen. Sein teilen eine unvergleichliche Freundschaft miteinander und finden persönliche Erfüllung darin, anderen zu helfen. Diese Aufgabe fordert von jedem Rotarier, ein moralisches Beispiel im Privatleben und im Beruf zu geben und in den Clubs und Kommunen Führungsaufgaben zu übernehmen.“ Mit diesem Ausblick leitete Michael Dassler das neue rotarische Jahrzehnt in Herzogenaurach ein, das mit der Präsidentschaft von Peter Friedl und Detlev Thilo-Körner als Präsident Elect beginnt. Bevor die tolle Band MIssFIZZ zum Gesellschaftstanz aufspielte, gab es die Botschaft des RI-Weltpräsidenten 2011/12 Kaylan Banerjee aus Indien. Er sagte: „Als Rotarier streben wir danach, ethisch und ehrlich zu handeln sowie Freundschaft und Goodwill zu teilen, um den wahren Wert des Menschen zu erkennen.“ Und setzt dazu den Satz von Mahatma Gandhi: „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“
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